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das Material
für die „güldenen Haubm"
herzustellen, zeigt die Tatsache, dass in Wien
eine eigene Zunft der „Flinserlschlager"
bestand. Freilich hat man die Flinserl damals
auch auf Halstücher, Taschen oder Kleider
genäht.
Nachdem dieser goldene Streifen bestickt ist,
muss der besonders schwierige Knauf angefertigt
werden. Alles zusammen wird dann auf ein Draht-gestell,
das aus zwei verschieden großen Kreisen
besteht - der äußere Kreis hat etwa
112 und der innere 15 cm Umfang -, die miteinander
durch Drahtrippen verbunden sind, montiert. Füttern
der Haube und Aufsetzen der schwarzen Spitzen-Masche
bilden die letzten Arbeits-gänge.
Einen besonderen Unterschied gibt es allerdings
bei der Herstellung der Haube: einst waren es
die „bürgerlichen Putz- und Haubm-Macherinnen",
die diese Kopfbedeckungen zum Verkauf anfertigten,
heute sind es in den meisten Fällen die Frauen
selbst, die unter Anleitung einer kundigen Stickkursleiterin
ihre Haube eigenhändig erschaffen. Natürlich
gibt es im Lande Oberösterreich auch noch
einige Goldhaubenstickerinnen, die diese kunstgewerbliche
Tätigkeit für den Verkauf ausüben.
Wie lang man an der Goldhaube stickt, hängt
von der persönlichen Begabung und von der
Fingerfertigkeit ab. Man rechnet etwa 250 bis
300 Arbeitsstunden, die in dieses Werk investiert
werden müssen.
Viel Zeit und viel Geld stecken also in einer
solchen Goldhaube und noch einiges mehr: Fleiß,
Ausdauer, Geduld und Selbstüberwindung müssen
aufgebracht werden, um so ein Werk fertig zu stellen.
Die Investition der ideellen Werte zeichnet die
selbst geschaffenen Hauben aber auch sehr aus.
Die Besitzerin, die in diesem Fall mit der Erzeugerin
ident ist, hat von vornherein eine recht innige
und glückhafte Beziehung zu ihrer Goldhaube.

1. Stickkurs Okt. 78 -
Apr. 79
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